BAUEN - 29.01. bis 2.02.2020 - Messegelände Hannover

Forum Naturstein

DER FRIEDHOF – AUSDRUCK UNSERER KULTUR

Der Friedhof ist Teil der abendländischen Kultur und hat christliche und jüdische Wurzeln. Auch wenn heute Friedhöfe als Orte des Friedens gelten, bezeichnet das althochdeutsche Wort „frithof“ einen eingefriedeten Bereich rund um eine Kirche, in dem die Verstorbenen in geweihter Erde beigesetzt wurden.

Sowohl die christliche, als auch die jüdische und islamische Religion fordern eine Erdbestattung. Während die christlichen und jüdischen Beerdigungsrituale einen Sarg vorsehen, erfolgt die Bestattung nach islamischem Ritus nur in weißen Leinentüchern. Der Islam und das Judentum verbieten die Feuerbestattung. Auch in der katholischen Kirche war die Verbrennung bis zum 2. Vatikanischen Konzil (1964-1966) nicht erlaubt. Auf alten Friedhöfen sind die traditionellen Bestattungsorte in Form des vom Steinmetz teilweise prächtig gestalteten Erdgrabs, der Gruft oder des Mausoleums noch sichtbar.

 

Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer und Erinnerung, sondern besitzen nicht selten auch hohen kulturgeschichtlichen, architektonischen und künstlerischen Wert, der sowohl in ihrer Anlage als auch in einzelnen Gräbern und Skulpturen zum Ausdruck kommt.

Der Friedhof ist im Wandel – Urnengräber und Columbarien sind ebenso hinzugekommen wie anonyme Grabanlagen. In jüngster Zeit werden Bestattungen auch außerhalb der Friedhöfe in sogenannten Friedwäldern oder auf hoher See vollzogen. Daneben sind noch diverse andere Formen, wie die Herstellung eines Gedenkdiamanten aus der Asche der bzw. des Verstorbenen, die Urne im Garten oder auch im Bücherregal im Zuge der Liberalisierung der Bestattungsgesetze auch in Deutschland in Mode gekommen.
Diese alternativen Bestattungsformen gefährden unsere jahrtausendealte Bestattungskultur und verändern unsere Friedhöfe. Leere und teilweise verwahrloste Friedhofsflächen sind keine Seltenheit mehr. Hinzukommt das Problem, dass durch Anonymität und den Verzicht auf Gräber kein Ort mehr vorhanden ist, an dem getrauert werden kann. Dies wird im Nachhinein nicht selten zum Problem für die Hinterbliebenen.

 

Das Forum Naturstein widmet sich in diesem Jahr besonders dem Themenbereich Friedhof und Grabstein. Es werden anhand von Natursteinobjekten Möglichkeiten der Grabgestaltung und individueller Ausdrucksformen gezeigt sowie über die Möglich-keiten der Materialwahl und über Gestaltung beraten. Die Steinmetze verstehen dies als Beitrag zum Erhalt des Friedhofs und unserer Bestattungskultur.

 
 

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